In Nordrhein-Westfalen gab es schon wieder einen Sabotageversuch
auf das Stromnetz. Ein Spaziergänger entdeckte am Donnerstag an
einem Umspannwerk in Dormagen eine selbstgebaute Apparatur.
Sie war mit einer Zeitschaltuhr versehen und sollte Drähte über die
Leitungen schießen, um einen Kurzschluss auszulösen.

Zum Glück wurde die Vorrichtung rechtzeitig gefunden, so dass der
Strom diesmal nicht ausfiel.

Das wirklich Unglaubliche an der Sache ist jedoch das Bekennerschrei-
ben, das der Polizei vorliegt. Der mutmaßliche Täter hat es handschrift-
lich verfasst und sogar namentlich unterschrieben.
Wenn der Täter schon so nett ist, seinen echten Namen unter das hand-
schriftliche Bekennerschreiben zu setzen, hätte er eigentlich auch seinen
Reisepass daneben legen können.
Das hätte der Polizei bei der Fahndung sicher eine Menge Arbeit erspart.
Die Spur führt jedenfalls zu einem Mann aus dem Raum Gevelsberg,
nach dem nun intensiv gefahndet wird.

Er gibt an, aus Klimaschutzgründen gegen die fossile Energieindustrie zu
kämpfen, und droht bereits mit weiteren Anschlägen. Nachdem die Be-
hörden anfangs noch ausländische Geheimdienste hinter der jüngsten
Anschlagsserie vermuteten, deutet jetzt alles auf diesen einen, extrem
mitteilsamen Einzeltäter hin.